Die Geschichten von Nicodemus van Darkheim (Spielbericht: Der alte Waffenladen)

Nicodemus spricht:

"Die Hinweise verdichten sich, dass immer mehr Geister, Gespenster und Ätherwesen in den trostlosen Ruinen auftauchen. Alles Gegner, denen man nicht ohne magische Waffen beikommen kann.

Die Astrologen weissagen, dass uns noch in diesem Jahr eine totale Sonnenfinsternis bevorsteht. An diesem Tage werden sich die Kräfte der Magie in Unermessliche manifestieren. Dann gilt es bereit zu sein !

Doch zunächste muss ich dafür sorgen, dass nicht nur ich den Ätherwesen entgegen treten kann. Man braucht dazu magische Waffen. Ich ließ Erkundigungen einziehen, die zu dem Ergebnis führten, dass die Ruine eines alten Waffenladens als Waffenversteck der Kultisten von der roten Kapuze, genutzt wird. Dort soll es tatsächlich noch verzauberte Schwerter geben. Unglücklicherweise liegt die Ruine in einem Teil der Stadt, in dem die wahnsinnigen Kultisten mit den immer zahlreicheren Ghul-Horden gemeinsame Sache machen. Wahrscheinlich wurde nur deswegen der Laden noch nicht vollständig ausgeplündert.

Am Vorabend unseres Aufbruches ließ sich unser hitzköpfiger Schatzjäger Marco törichterweise auf eine Messerstecherei in einer heruntergekommenen Taverne ein. Er bekam dermaßen viele Löcher in seine Haut gebohrt, dass ich nichts mehr mit ihm anfangen kann. So denn entließ ich ihn in Unehren aus meinen Diensten. Als ich ihn mehrere Nächte im Schlaf von meinen untoten Dienern heimsuchen ließ, war er auch bereit, auf seine noch ausstehenden Soldzahlungen zu verzichten. Eine weise Entscheidung wie ich meine ...

Jedenfalls ist er fort und es hieß zuletzt, er habe sich wieder in seine sonnendurchglühte Heimat aufgemacht.

Um meine Söldlinge wieder zu verstärken, habe ich einen schweigsamen Bogenschützen der Frostbarbaren angeheuert. Er heißt Jargon und stellt keine überflüssigen Fragen. Ich mag solche Leute ...

Außerdem ist ein fahrender Ritter zu uns gestoßen. Er nennt sich Sir Winstan und ist wohl verzweifelt genug, einem Totenbeschwörer wie mir zu dienen.

Als der Ritter in die Stadt kam, lauerten ihm auch gleich zwei Ghule auf, die er gerade so mit Mühe besiegen konnte.

Er fand bei ihnen einen guten Stahlhelm, den er aber beim Glücksspiel mit schlechten Karten in der Hand und viel billigem Rotwein im Kopf, sehr bald wieder verlor.

Als ich ihm jedoch eine verzauberte Klinge in Aussicht stellte, war er bereit, sich unserem Stoßtrupp anzuschließen.

Ich beschwor einen untoten Wolfshund, der uns bald zu einigen Leichten führte, die ich als Untote erwecken konnte. Als die riesige stinkende Kreatur sogar den Leichnam einer toten Elfe ausbuddelte, konnte ich für eine kurze Zeit einen Teil ihres Geistes als Todesfee erwecken, die auch bald den Kultisten mit ihrem Geheul zusetzte.

Doch bald war die Energie ihres Seelenfragmentes verbrannt und die Geistererscheinung verflüchtigte sich wieder.

Der Rest meiner Leute schlug sich gut und die irren Kultisten und sabbernden Ghule boten uns keinen ernsthaften Widerstand. Also kamen wir ziemlich ungeschoren zu dem alten Waffenladen.

Die Ruine stellte sich dann doch als völlig ausgeplündert heraus. Aber meine Leute konnten der Blutspur eines verwundeten Kultisten folgen, die zum Zugang zu einem tiefen Gewölbe führte.

Scheinbar haben wir einen unterirdischen Unterschlupf der Kultisten gefunden. Eigentlich sind mir diese armen Irren völlig gleichgültig. Aber vielleicht haben sie dort unten einige der Schätze des alten Waffenschmiedes hingeschafft, die es ihnen natürlich abzunehmen gilt: bisher steht bei dieser Unternehmung die Beute noch nicht im Verhältnis zum Aufwand, den ich hatte.

Also gab ich Befehl zum Abstieg in die Gewölbe. Dabei bemerkte ich unbewusst über dem Treppenabgang ein böses Zeichen der Chaosgötter. Vielleicht hätte mir das zu denken geben sollen ...

(Fortsetzung folgt)