Gefecht bei Dahlenkirchen (Napoleonisch Black Powder-Spiel vom 26.03.2016) - TEIL 1

Hintergrund & Allgemeines

Bei unserem letzten Spiel Black Powder haben wir uns diesmal entschlossen Preussen und Russen gegeneinander ins Feld zu führen. Derjenige der sich ein wenig in der Epoche auskennt wird nicht ganz unbegründet die "unhistorische" Konstellation bemerken, denn Russland & Preussen waren im Rahmen der Befreiungskriege 1813-14 enge Verbündete und traten auch auf dem Wiener Kongress gemeinsam gegen die Britisch-Österreichische Achse auf. Liest man sich jedoch tiefer in die einzelnen Konflikte, im Rahmen der Napoleonischen Kriege, ein so kommt es zu vielen "komischen" Konstellationen wzBsp. Schweden gegen Russen, Österreicher gegen Neapolitaner, Tiroler gegen Bayern (ein fernee Projektgedanke von mir ;), Perser (ohhh... die habe ich auch noch im Keller) gegen Osmanen, ect. und auch Preussen gegen Russen.

Wie man sieht ist die, von vielen Tabletopern bemängelte, so lanweilige Franzosen gegen XYZ  Kontellation dieser Epoche nicht ganz begründet ;)

Im Jahre 1812 kam es zum Krieg zwischen dem kaiserlichen Frankreich und dem zaristischen Russlands (die Gründe sind auch vielschichtiger als nur der so gerne angeprangerte Größenwahn Napoleons). Die franzöische Grande Armee die nach Russland zog war höchstens zur Hälfte französisch (worunter, zu dieser Zeit, auch die Rheinländer & Pfälzer zählten), den den überwiegenden Teil stellten Kontigente aus dem ganzen Einflußbereichs Napoleon wzBsp. Portugiesen, Neapolitaner, Kroaten, Österreicher, alle Rheinbundstaaten (Sachsen, Bayern Westfalen,...) und auch Preussen.

Während der Großteil der Armee mit Napoleon direkt in Richtung Moskau zog deckten kleiner Korps dessen Flanken um zu verhindern das der Nachschub für die Hauptarmee abgeschnitten würde. Im Süden taten dies unteranderem Österreicher & Sachsen während im Norden das dem 21.000 Mann starken preussischen Kontigent unter Generalleutnant Grawerts (später ersetzte Generalmajor York den erkrankten Grawerts) zufiel.

In diesem Rahmen des Hinmarsches und des Rückzuges kam es hierbei zu einigen Gefechten zwischen Russischen und Preusischen Einheiten, wzBsp das hier herangezogene Gefecht bei Dahlenkirchen bei Riga, wo Von Horn mit einer preussischen Abteilung in einem Rückzugsgefecht die verfolgende russische Armee hinhielt. Der geschickt taktierende York schaffte es den Großteil des preussischen Kontigents aus dem vernichtenden Feldzugs zu retten. Nicht zuletzt durch die Neutralitätserklärung (Quasi Kapitulation bzw. Überlaufen) gegenüber der Russen gegen Ende des Feldzuges.

Für weitere Interessante Infos gibt das Netz genügend Quellen her , u.a. ...

https://de.wikipedia.org/wiki/Russlandfeldzug_1812

Regeln & Armeelisten

Gespielt wir mit dem einfachen aber schnellen Regelwerk "Black Powder" von Warlord Games. Die Preussische Liste stamm aus dem Ergänzungsbuch "Albion Triumphant 2" während die russische Liste eine vorveröffentlichten Armeelistenversion aus dem "Wargames Illustrated 333" ist.

Genutzt wurde neben der alternativen Kolonnenregel aus dem "Albion Triumphant 2" auch eine experimentelle Regel zu gebrochenen Brigaden, die sich grob an die Field of Glory-army break orientiert. Auch erlaubten mir meine Mitspieler selbstkreierten Regeln für Kosakenreiterschwadronen zu testen (siehe: http://sweetwater-forum.de/index.php?page=Thread&threadID=19023) ... mehr dazu später im Fazit ;)

  • Die Preussen stellten 2 starke Infanteriebrigaden, mit zahlreicher Landwehr und Landwehrkavallerie, und eine Kavalleriebrigade mit Dragoner, Husaren und einer berittener Batterie auf.
  • Die Russen stellten zwei Infanteriebrigaden mit viel Geschütz und Kosakenverstärung, eine Grenadier- und eine Dragoner(Kavallerie)brigade

Jede Seite stellte nach dem (groben) BP-Punktesystem in etwa 800 Punkte auf.

Spiel:

Das Spielfeld....

 

Die Russen mußten sich (bis auf die Grenadierbrigade) komplett am unteren Spielfeldrand (auf der linken Seite der Düna) aufstellen, danach platzierten die Preussen Ihre komplette Streitmacht auf der obere Seite platzieren, zuletzt durfte eine russische Einheit Dahlenkirchen  besetzten und die fehlende Grenadierbrigade in der eigenen Aufstellungszone. Der Preusse hatte den ersten Zug.

Ein Blick auf das Feld von der Ost (rechten Seite)

Das ganze von Westen...

 

Ich entschloss mich die Genadiere an der Ostseite kommen zu lassen um hier ein Schwergewicht zu bilden. Im Nachhinein machte mir jedoch die schwache linke Flanke Sorgen.

1.Spielzug, Preussen:

Die russischen Jäger sehen sich einer erschreckenden Übermacht gegenüber ... wie lange werden sie Dahlenkirchen halten können und noch wichtiger überleben sie das.

... der Angriff erfolgt dann auch gleich als Erstes während die weiteren preussischen Einheiten link und rechts an Dahlenkirchen vorbeiziehen um die Flußufer zu besetzen

Die kleine Einheit aus preussischen freiwilligen Jägern eröffnet sodann ihr weitreichendes Gewehrfeuere und erzeugt die ersten Verluste bei den Russen

 

von Dragonern unterstützte Landwehreinheiten rücken zielstrebig auf die Südfurt vor nur ein einzelnes Regiment Landwehrkavallerie missversteht den Angriffsbefehl und reitet nach rechts.

Die Nordfurt wird von einer reitenden Batterie, den Landwehrreitern und einer Einheit Fusiliere überschritten

1.Spielzug, Russen:

Um den Aufstellungsfehler zu beheben wird eine Art Rochade befohlen, alle Einheiten der Infanteriebrigaden sollen ein Stück nach links abmarschieren das die äußersten Einheiten die Südfuhrt abdecken. Die entsehende Lücke soll von den Grenadieren geschlossen werden.

An der Südfuhrt gelingt dieses Manöver und zwei Einheiten Infanterie decken nun die linke Flanke der Armee...

Jedoch im Zentrum verzögert sich der Abmasrch und es entstehen Lücken in der rusischen Stellung, die aber Dank der mutigen Verteidiger von Dahlenkirchen dem Gegner zunächst verwehrt bleiben. Auch die Grenadiere benötigen mehr Zeit zum Aufmarsch.

Eine Einheit Dragoner vertreibt mühelos, ach einem einseitigen Gefecht, die übermütigen Landwehr Reiter von der rechten Flußseite und treiben sie zurück über die Nordfurt.

Die russischen Jäger halten stand und der Impetus der angreifenden Landwehreinheiten bricht sich an den Mauern von Dahlenkirchen.

 

2.Spielzug, Preussen:

Um Dahlenkirchen nun endlich zu nehmen unterstützt eine Einheit Musketiere Ihre ermüdeten Kameraden der Landwehr und greift den rechten Ortsrand an. Die Lage der russischen Jäger wird immer schwieriger da sie nun, inklusive der unterstützenden Einheiten , 5 gegen 1 unterlegen sind.

An der Südfurt erreichen die ersten Einheiten Landwehr den Fluß und beginnen sich zu entfalten... auch hier bieten die Preussen eine Übermacht auf um den Übergang zu erwingen.

Um die vorgepreschten russischen Dragoner für Ihr Gemetzel an den Landwehrreitern zu strafen bezieht die berittene Batterie Stellung und auch die Fußbatterie auf der anderen Seite richten Ihre Geschütze auf die schweren Reiter aus. Die Musketiere versagen jedoch um hinter der berittenen Batterie Stellung zu beziehen und den Flußübergang zu sichern. Auch der kombinierte Artilleriebeschuß bleibt weit hinter den Erwartungen zurück und läßt die Dragoner fast unbeschadet.

2.Spielzug, Russen:

In Wellen reitet die russische Dragonerbrigade auf die Nordfurt zu, treibt die berittene Batterie erst in die Flucht und vernichtet sie dann endgültig als die zweite Einheit Dragoner über die Furt schwärmt. Gleichzeitig geht eine Einheit russischer Jäger in Plänklerformation auf die Fusilier zu und eröffnet das Feuer um diese zu beschäftigen.

 

In der linken preussischen Flanke klafft nun eine Loch durch das die russischen Dragoner preschen und die komplette Schlachtlinie bedroht. Die frische Einheit Dragoner hinter der preussischen Fussbatterie läßt schlimmes erwarten ;)

Nach hartem Ringen müssen die mutigen Verteidiger Dahlenkirchen räumen und viele Ihrer verletzten Kameraden bleiben zurück. Die Grenadiere sind jedoch schnell zur Stelle um die Lage zu sichern. Die Kosaken im Hintergrund weigern sich erneut vorrzurücken und behalten Ihre Stellung bei den Geschützen... so wird sich nie zeigen ob die experiementelle Regeln für die wilden reiter was taugen.

Links der Brücke von Dahlenkirchen entbrennt starkes Musketenfeuer als die Preussen in perfekter Schlachtordnung den Fluß erreichen. Die Russen, im Umgang mit der Muskete weniger geübt,  müssen immer mehr Verluste einstecken halten aber vorerst.

 

Frei nach der Devise "Angriff ist die beste Verteidigung" gehen die Russen über die Südfurt und attackieren das führene Landwehrregiment. Der Kampf bleibt jedoch ausgewogen, auch wenn die preussischen Freiwilligen mehr Verluste hinnehmen müssen. Die Sicherheit ihrer Übermacht im Rückenmacht dies möglich.

 

Ende Teil 1 ... Fortsetzung Folgt :)