"Gegen Land und Leut´" Play-By-Mail-Kampagne im 30 jährigen Krieg

Angeregt durch die Diskussionen im Sweetwater-Forum (insbesondere im Berliner Forum) und dem Kriegsspiel im Tiny-Soldiers-Forum, würde ich mich gerne mal mit der Veranstaltung eines mail-basierten Wargames versuchen.
Da mir zum klassischen Kriegsspiel die Detailkenntnisse und Software fehlen, stelle ich mir eher eine kleine Kartenkampagne PBM (Play by mail) vor.
Ich hab das noch nie gemacht, weder als Spielleiter, noch als Mitspieler und daher würde ich erstmal eine kleine Kampagne vorschlagen, d.h. eine Spieldauer von etwa 2, maximal 3 Monaten mit jeweils maximal 1 1/2 Wochen für jeden Spielzug und maximal 6 Mitspielern.
Da die Spielerzahl übersichtlich bleiben soll, hängt die Gesamtlänge des Spiels davon ab, wie schnell die Befehle für die einzelnen Spielrunden abgegeben werden. Jeder hat maximal 1 1/2 Wochen Zeit, die Abgabetermine werden vorher bekannt gegeben. Sollten alle Spieler ihre Befehle schneller abgegeben haben, wird der Spielzug vorzeitig ausgeführt und ein neuer Abgabtermin, wieder 1 1/2 Wochen später bekannt gegeben.
Ich stelle mich mal als Spielleiter (SL) zur Verfügung und glaube, dass meine lange Erfahrung als Rollenspiel-Spielleiter und historischer Wargamer hierfür ausreichen könnten.

Zur Kampagnen-Unterstützung steht mir das computermoderierte Wargame "Gunpowder Revolution" zur Verfügung, ich bastel aber auch derzeit mit eigenen Ideen rum und werde ggfs. aber auch kleinere Gefechte mit dem Regelwerk Field of Glory und meiner eigenen Figurensammlung durchspielen. Wer die passenden Einheiten und Gegner vor Ort hat, kann natürlich auch selbst Gefechte durchspielen, mit dem Regelsystem, auf das sich die Spieler einigen.

Setting 30 jähriger Krieg:
Ich habe mir als Hintergrund den 30 jährigen Krieg ausgesucht, da ich mich in diesem Konflikt am ehesten gut auskenne und hier auch auf die größte passende Figurensammlung zurückgreifen kann. Es sind keine besonderen Vorkenntnisse zu diesem Konflikt erforderlich, da die gesamte Kampagne, die Beteiligten und auch der Schauplatz bzw. die Karte fiktiv sind. Es soll bestenfalls aber so sein, dass der Verlauf unseres Spieles so oder so ähnlich zwischen 1630 und 1650 auf deutschem Boden stattgefunden haben könnte.

Konzept:
Es ist vorgesehen, dass jeder Spieler mit einer kleinen Streitmacht von etwa 4-6 Einheiten, einem General (C-in-C, Chief-in-Command) der die Streitmacht anführt und einem Obrist als Unter- oder stellvertretendem Kommandant das Spiel beginnt. Der Spieler kann mit seinem Trupp dann über die Karte ziehen, Abenteuer erleben, aber vor allem versuchen, seiner Seite zum Sieg zu verhelfen. Es können Dörfer geplündert, Schlachten geschlagen und Schätze gefunden werden. Mit dieser Beute kann man neue Regimenter ausheben um Verluste auszugleichen oder mit der Zeit eine größere Armee aufzubauen. Damit kann man folgende Schlachten leichter gewinnen oder auch gegen stärkere Gegner bestehen.

Sollte es zu Kämpfen kommen, werden diese vom SL ausgeführt und den Beteiligten das Ergebnis mitgeteilt. Wer die passenden Einheiten und Gegenspieler vor Ort hat, kann natürlich auch selbst Gefechte durchspielen, mit dem Regelsystem, auf das sie sich einigen. Das Ergebnis fließt dann in den weiteren Kampagneverlauf ein.

Es haben sich genug Mitspieler gemeldet, so dass die Kampagne stattfinden kann.
Hier werde ich für jeden allgemein zugängliche Informationen bereitstellen und wahrscheinlich auch eine regelmäßige Zusammenfassungen über die jeweiligen Spielzüge.

Nochmal zur Beruhigung: es sind keine besonderen Vorkenntnisse zum 30 jährigen Krieg (TYW) erforderlich, die gesamte Kampagne, die Beteiligten und auch der Schauplatz sind fiktiv.
Auch Figuren und Regelkenntnisse sind nicht nötig.

Da die Punktberechnung der Armeen aber auf Field of Glory Renaissance (FoG:R) abgestellt wird und ich ggfs. auch einige Gefechte mit diesem Regeln ausspiele, können Kennntisse in diesem System und insbesondere dem Armeebuch "Wars of Religion" nicht schaden. Dort findet ihr auch Informationen und Hintergründe zu den am TYW beteiligten Armeen.

Zunächst müssen wir mal verteilen, wer auf welcher Seite kämpft:

Es gibt zwei Hauptparteien, auf deren Seite verschiedene Nationen kämpfen. Dies wären:

1. Kaiserliche, hierunter fallen (im weitesten Sinne)
Kaiserliche Deutsche, Katholische Liga, Spanier, Polen-Lithauen (insbesondere gegen Schweden)

2. Protestanten, hierunter fallen (im weitesten Sinne)
Protestantische Deutsche, Schweden, Franzosen, Schotten

Charakteristika der einzelnen Nationen:

Schweden: disziplinierte kleine Einheiten und gute Reiterei
Kaiserliche Deutsche / Liga : große Infantrie-Einheiten, wenige leichte Reiterei und mittlere Reiterei mit durchschnittlicher Qualität, schwer gepanzerte gute Kürassiere
Dt. Protestanten: durchschnittliche kleine Infanterie und Reiterei, gute Artillerie
Polen: durchschnittliche kleine Infanterie, guten Zugriff auf leichte Reiterei, Flügel-Husaren in überlegener Qualität
Franzosen: kleine Infanterie mit eingeschränkter Schussfähigkeit, dafür aggressiv im Nahkampf, durchschnittliche bis gute Reiterei
Spanier: große Infantrie-Einheiten in überlegener Qualität, leichte und mittlere Reiterei mit durchschnittlicher Qualität
Schotten: kleine durchschnittliche Infanterie, wenig und schlechte Reiterei, wenige aber aggressive Clanskrieger (Highlander)

 

Es sind jetzt 8 Spieler zusammen gekommen. Ich hatte jeden Spieler um die Auswahl zwei miteinander verfeindeter Kriegsparteien gebeten, aus denen dann die Aufteilung der einzelnen Spieler zu den beiden gegnerischen Seiten erfolgt. Interessanterweise wurde bei keiner der 16 möglichen Auswahlen die Schweden genommen, obwohl die doch sehr prägend und auch sehr erfolgreich im 30 jährigen Krieg agierten. Fand ich sehr überraschend.
Andererseits wurden diverse Wünsche nach osteuropäischen Völkern, wie Litauer, Polen, Moskoviter, Kosacken und Osmanen gestellt. Da hätte ich nicht so viel Interesse für diese Nationen erwartet.
Da die Kampagne aber für den 30 jährigen Krieg angekündigt und ausgeschrieben ist, und die Auswahl für die Polen auch eher als exotisch gedacht war, möchte ich das Thema TYW beibehalten (ohne Polen, Osmanen usw.).
Ich behalte aber die Anfragen im Hinterkopf und werde, wenn diese Kampagne gut verläuft, gegebenenfalls im Spätjahr 2012 oder Frühjahr 2013 eine reine osteuropäische Kampagne (z.B. über die Kosackenaufstände in der Ukraine um 1650 und/oder die schwedische Invasion Polens) anbieten.
Ebenfalls unerwartet ist ein relativ großes Interesse für Franzosen. Ursprünglich wollte ich die Kampagne in Böhmen ansiedeln, aber da würden wohl noch Polen, aber keine Franzosen passen.
Daher hab ich mich entschlossen, den Kampagnenschauplatz auf das Elsass zu verlegen. Zumal die Schweden nicht in unserer Kampagne vertreten sind und hier nicht so präsent waren.
Diese Region bietet auch mit dem großen, nahezu unüberwindbaren Rhein am östliche Rand eine natürliche Grenze und interessante strategische Möglichkeiten (z.B. sichere Flanken, wichtige Rheinbrücken usw.)

Kampagnenablauf im Detail:

1. Suche interessierter Spieler
2. jeder Spieler sucht sich zwei gegnerische Armeen zur Auswahl aus
3. aus diesen Auswahlen sucht sich der SL die Armee aus, die dem Spieler zugeteilt wird
4. Aufteilung der Spielerarmeen auf die beiden gegnerischen Seiten durch den SL
5. der SL teilt den Spielern den groben Hintergrund und das ungefähre Ziel der Kampagne mit
6. der SL gibt die Kampagnenkarte zur allgemeinen Ansicht frei
7. der SL übermittelt jedem Spieler einzeln einen groben Überblick wer er ist, wie die Befehlshierarchien sind, wo sich sein Trupp und wo sich befreundete Truppen auf der Kampagnenkarte befinden
8. der SL informiert die Spieler über die ungefähre Richtung, aus der Feinde zu erwarten sind
9. Erster Spielzug. Die Spieler geben ihr erstes Befehlsblatt ab
10. die Spieler können bis zu 3 Kuriere über den SL an beliebige Empfänger senden
11. der SL überprüft und verteilt die Botschaften der Kuriere
12. der SL wertet den ersten Spielzug aus und den teilt den Spielern die Ergebnisse mit.
13. zur Planung ihres nächsten Zuges können die Spieler bis zu 3 Kuriere über den SL an beliebige Empfänger senden
14. der SL überprüft und verteilt die Botschaften der Kuriere
15. die Spieler geben ihr nächstes Befehlsblatt ab
16. der SL wertet den Spielzug aus und den teilt den Spielern die Ergebnisse mit
--> ab hier wiederholen sich die Schritte 13. - 16.

AnhangGröße
Kosten für Truppen.pdf23.89 KB
Spielleitertagebuch der Kampagne Druckversion.pdf544.44 KB