Hamburger Dark Age Kampagne „Der König des Nordens“ (Sommer 2017)

Hamburger Dark Age Kampagne „Der König des Nordens“ (Sommer 2017)

Hamburger Dark Age Kampagne „Der König des Nordens“ (Sommer 2017)

Beteiligte:
Jütische Wikinger – Gero
Dänische Wikinger – Driscoles
Schwedische Wikinger – Sorandir
Norwegische Wikinger – John
Angelsachsen Wessex – Ecclesiastes
Angelsachsen Mercia – Sven
Ottonen – Frank Bauer und Simon
Ottonen – Orthodox

Am 1.Juli Wochenende 2017 hatte Frank Bauer zu einem Dark Age Wochenende nach Schleswig Holstein geladen. Diesem Ruf sind wir natürlich gerne gefolgt und wir reisten zu viert aus der Kurpfalz an.

Freitagabend begann das Spielwochenende mit einem Einführungsspiel Lion Rampant und unseren Dark Age Figuren, um ein bischen in das für uns teils unbekannte Regelwerk reinzukommen und das Szenario für den morgigen Kampagnentag zu testen. Das Spiel war unterhaltsam und gab Gelegenheit schon einige Biere zu trinken.  
Den Abend beschlossen wir mit dem themenmäßig passenden Figuren-Brettspiel Blood Rage. Hier kämpften mystische Wikinger-Clans gegeneinander und wurden von ihren Flotten, aber auch von Trollen, Seeschlangen und anderen Ungeheuern unterstützt. Trotz zeitweiser Führung wurde mein Raben-Clan im Kampf um Yggdrasil von zwei anderen Clans überrundet, da Ecclesiastes Wikinger viel Ehre sammelten, als sie massenweise ihre Krieger nach Valhalla schickten und dafür auch noch belohnt wurden sowie Franks Wikinger die eine Queste nach der anderen erfüllten.

Am Samstagmorgen wurden die einzelnen Spieler auf die Fraktionen aufgeteilt. Da ich extra für das Event noch einige Foundry Wikinger bemalt hatte, übernahm ich die Schweden als Jarl Thorleif „Trollblod“ Sygtryggrson. Mein Verbündeter war John mit den Norwegern.

Eigentlich hatten wir uns ein bischen die Ottonen als Gegner ausgekuckt, aber es ergab sich, dass die schwach verteidigten Ländereien unserer dänischen Nachbarn einfach eine zu große Verlockung darstellten. Als sich die anderen Parteien miteinander anlegten, nutzten wir die bis dato ruhige Ostsee zum Angriff auf das dänische Malmö.
Die Invasion wurde mit den DBA 3.0 Regeln ausgespielt. Ich griff Driscoles´ Wikinger an, der spieltechnisch von Gunnar Unterstützung erhielt. Da mir Johns Norweger mit einem alliierten Kontingent zur Seite standen, konnten wir in Überzahl angreifen (16 gg. 12 Einheiten). Letztlich hat zwar das schwere Gelände auf dänischer Seite unsere Überzahl negiert, aber meine Mannen hatten trotzdem genug Kampfkraft um sich frontal durchzusetzen. Als dann der gegnerische General im Handgemenge fiel, war es nur eine Frage der Zeit, bis wir die Schlacht für uns entscheiden konnten. So eroberten meine Schweden eine zusätzliche Provinz für die Krone.  

Für die zweite Runde machten wir Pläne für einen norwegischen Überfall auf England, den ich ggfs. mit Truppen unterstützen würde.
Aber alles wurde durchkreuzt als die Angelsachen und Dänen ein 4-Parteien-angelsächsisch-dänisches Bündnis verkündeten. Das änderte alles, denn der listige Dänenkönig Driscoles hatte den Merciern Gold versprochen, wenn sie meine (vorher seine) Provinz Malmö für ihn zurück eroberten. Also sah ich mich einer angelsächsischen Seeinvasion gegenüber, die noch von dänischen Truppen verstärkt wurde. Mir blieb nichts anderes übrig als mich zur Schlacht zu stellen, um meine neue Eroberung zu verteidigen. Treuerweise standen mir Johns Norweger weiterhin zu Seite und schickten erneut Verstärkungen, so dass das Kräfteverhältnis halbwegs ausgeglichen war.
Das anschließende Spiel wurde mit den Lions Rampant Regeln gespielt. Hier mussten die Angelsachsen ein Dorf überfallen und Vorratswagen in Brand setzen. Meine Wikinger mussten das verhindern. In diesem Gefecht litten vor allem die Truppen der Verbündeten. Ich trieb Driscoles Wikinger mit blutigen Köpfen zurück, aber die Huskarle aus Mercia waren harte Hunde und nahmen Johns kleines Kontingent Norweger auseinander. Als die Verbündeten weitgehend ausgeschaltet waren und sich jede Seite die Hälfte der Vorratswagen gesichert hatte, einigte ich mich mit dem angelsächsischen Kriegsherrn Sven auf ein unentschieden. Wir stellten fest, dass weiteres Blutvergießen uns nur noch mehr kostbare Krieger kosten würde, ohne dass eine Seite eine zwingende Siegchance hatte.
Wir bekräftigten unsere Vereinbarung mit einem kräftigen Handschlag auf dem Schlachtfeld und die mercische Flotte setzte Segel gen England und überließ die Dänen ihrem Schicksal. Ich hatte die Provinz Malmö behauptet.

In der dritten Runde wollten die Norweger endlich ihren ersehnten Raubzug machen. Aber um die mächtigen Angelsachsen nicht zu reizen, überfielen Johns Wikinger die dänische Provinz Nyborg. Da ich nichts anderes zu tun hatte, schickte ich Verstärkungstruppen und würde als Alliierter an dem Gefecht teilnehmen. Dieses mal war unsere Überlegenheit erdrückend. Wir hatten insgesamt 7 SAGA-Punkte gegen 4 SAGA-Punkte der Dänen. Unsere Mission war wikingertypisch: der Überfall auf eine Siedlung und das Niederbrennen der Häuser. Die Dänen unter dem Befehl von Driscoles und Gunnar verteidigten hartnäckig ihre Gebäude, aber am Ausgang des Gefechts gab es keinen Zweifel. Nach 5 der insgesamt 7 Spielrunden gab es keinen lebenden Dänen mehr und die Norweger und Schweden konnten nach Herzenslust plündern.
Nach diesem Spiel zogen sich die dänischen Wikinger aus dem aktiven Kampagnengeschehen zurück und tauchten nur noch als alliiertes Kontingent bei ihren Verbündeten auf.

In der 4.Runde übergab Sven vorübergehend das Kommando von Mercia an Gunnar. Dieser hatte aus dem 1. und 3.Spiel noch eine Rechnung mit meinen Schweden zu begleichen. Es kam erneut zu einer englischen Invasion gegen Schweden. Diesmal erwischten sie mich auf dem falschen Fuß. Die Angelsachsen erhielten erneut dänische Verstärkung, während mein Verbündeter selbst auf Raubzug im Frankenland war und  Orthodox´ Ottonen überfiel. Ich musste mich diesmal mit 12 Einheiten gegen 16 gegnerische wehren. Das Spiel wurde erneut mit DBA 3.0 gespielt und meinen Klingen standen überwiegend Speere und Kavallerie gegenüber. Ich hatte Glück und konnte meine Flanken an einem dichten Wald bzw. der Küste verankern. Das nahm dem Angreifer die Möglichkeit, seine Übermacht auszuspielen und mich zu umgehen.
Dieses Spiel war das mit Abstand spannendste des Wochenendes. Ich hielt ultra-defensiv meinen Schildwall und plänkelte nur ein wenig mit meinen leichten Truppen im Wald. Die ersten Angriffe konnte ich abschlagen und auch schon einige Verluste verursachen, aber dann brachen die Sachsen doch noch in meinen Schildwall ein und erschlugen sogar meinen General. Ich stand am Rande der Niederlage. Aber dann griffen die nordischen Götter ein und den Merciern gingen die Befehlswürfel (PiPs) aus, sodass sie von ihren  zahlreichen guten Optionen kaum eine ausführen konnten. Mit dem Mut der Verzweiflung schritt ich am Sandstrand zur Attacke und konnte mit einer guten Portion Würfelglück die letzte und entscheidende angelsächsische Einheit ins Meer jagen.
Damit gewann ich doch noch knapp das Spiel, aber höchsten Respekt für meinen Gegner für ein überaus spannendes Match.  

Danach wurde Zwischenbilanz der Kampagne für die Entscheidungsschlacht gezogen.
Nach 3 Siegen, einem Unentschieden und einer eroberten Provinz hatte ich einen der beiden führenden Kriegsherren. Ich konnte mir also als Anführer die Verbündeten für den Endkampf aussuchen. Einer davon war natürlich John und seine Norweger, die mich oft und wertvoll unterstützt hatten. Der zweite Verbündete waren die Wikinger aus Jütland, die zwar nominell meine Feinde waren, aber da ich in der Kampagne nie gegen Gero gekommen bin, wollten wir das nicht so eng sehen.
Der andere führende Kriegsherr war Sven mit seinen Angelsachsen. Er scharte die verbündeten Angelsachsen von Ecclesiastes und die Ottonen von Frank Bauer um sich.
Der Endkampf würde also ein 3 gegen 3 Big Battle DBA Angelsachsen-Ottonen gegen Wikinger sein.      
Ich übernahm die undankbare Aufgabe auf einem vollkommen geländefreien Feld gegen die ottonischen Ritter anzutreten. Im Angesicht des Risikos von Rittern, Kavallerie und leichten Reitern nach belieben ausflankiert zu werden, lehnte ich mich rechts an die Norweger an und stellte nach links den Schildwall bis zur Grundkante auf. Ich hatte somit zwar kaum Möglichkeiten irgendwie zu manövrieren ohne eine Flanke zu öffnen, aber damit konnte und musste ich leben. Der Frontalangriff der Ritter kam auch schnell und unweigerlich. Aber in einem furiosen Würfeldesaster schafften es die Ottonen, ihre Ritter an meinem Wikingerschildwall zu zerlegen. Es war wie wenn man ein Drachenboot bei voller Fahrt an die Klippen eines norwegischen Fjords steuert. Im Nu waren die überlebenden umzingelt und der ottonische Befehlshaber totgeschlagen. Der Rest ist schnell erzählt: die Ottonen verließen gebrochen das Feld, Sven verwürfelte seine Nahkämpfe gegen Johns Norweger und ehe es sich die Truppen aus Wessex versahen, waren sie das einzige ungebrochene Kommando ihrer Seite auf dem Schlachtfeld. Nach einigem gut zureden, strichen auch sie die Fahne und überließen den Sieg uns Wikingern !  
Nach diesem erneuten Sieg hatte mein Kriegsherr Jarl Thorleif Syggtryggrson keine einzige Niederlage einstecken müssen und fast alle Kampagnenspiele gewonnen. Er wurde daher mit großem Vorsprung an Siegpunkten ausgerufen zum:

KÖNIG DES NORDENS. Hail !!

Es war dann doch spät geworden und wir beendeten den Kampagnentag mit zwei Flaschen Rotwein und noch langen Gesprächen.

Am Sonntag spielten wir noch unser letztes Regelwerk für diese Epoche: Field of Glory. Ich kämpfte mit Sven zusammen mit Wikingern gegen Simon und Franks Normannen. Unsere Aufstellung glich sehr dem letzten DBA-Spiel gestern Nacht, denn ich musste meine linke Flanke weit zurückstaffeln um nicht von den berittenen Normannen ausgeflankt zu werden.
Diesmal funktionierte das nicht so gut und die Normannen ritten meine komplette linke Flanke nieder. Auch im zentralen Schildwall tat sich schnell eine Lücke auf, aber rechts davon konnten meine Huscarls abgesessene normannische Ritter zerschlagen. Auch Sven stand seinen Mann und konnte mit seinen Bondi mehr Gegner aufreiben, als er selbst Verluste erlitt. So stand das Spiel bald auf Messers Schneide und als Sven eine weitere normannische Speerkämpfer-Einheit brechen konnte, gewannen wir knapp mit 12:8.
Ein überaus tolles Spiele- und Themenwochenende war zu Ende.
Wir machten uns auf dem Rückweg auf in unseren ganz eigenen Kampf mit der Deutschen Bahn, verpassten Anschlusszügen und beginnenden G20-Krawallen in Hamburg, sind dann aber doch gut zu Hause angekommen.