Turnierbericht 1. Deutsche Field of Glory Mannschaftsmeisterschaft 2012

Turnierbericht 1. Deutsche Field of Glory Mannschaftsmeisterschaft 2012

Am  21.-22. April 2012 fand dieses FOG-Turnier in Dachsenhausen bei Koblenz statt.

Wraith und ich traten für den Spieleclub als Team Kurpfalz Feldherren an.
Das Konzept des Turnieres sieht vor, dass jeder im Team jeweils eine Epoche (Antike oder Mittelalter) übernimmt und gegen die epochen-mäßig passenden gegnerischen Teams spielt.
In unserem Fall übernahm Wraith mit seinem frühen Deutschen Orden das Mittelalter und ich trat mit späten Seleukiden in der Antike an.

Wir trafen uns bereits Freitagabends in der örtlichen Pension "Am Rosberg" mit Gero (Strand) und Frank B. Beim abendlichen Bier und Schnitzel stimmten wir uns auf Wargaming im Allgemeinen und Field of Glory im Besonderen ein. Danach besuchten wir noch die hiesige Bierschänke "Stanglwirt" und vertieften unsere Kenntnisse übers Spielen, Zinnfiguren und Biertrinken.
Nach einem gutbürgerlichen Frühstück ging es dann Samstags los.

Meine Armee bestand aus:
- 2 Einheiten leichte Infanterie zum Plänkeln zwischen den Schlachtlinien und Beschuss
- 2 Einheiten tarantinische und skythische leichte Reiterei zum Jagen gegnerischer Plänkler und Versuch, gegnerische Lager einzunehmen
- 2 Piken-Phalanxen (durchschnittliche Qualität)
- 2 kleine Einheiten Argyraspiden (schwere Infanterie, gepanzert, Stosstrupp-Fähigkeit und superior)
- 2 kleine Einheiten mittlere Infanterie Thraker und Thureoporoi, zum Erobern und Halten von Gelände
- 2 Einheiten Kataphrakten (superior schwergepanzerte Lanzenreiter), die stärkste Reiterei, die man in der Antike haben kann
- 1 Einheit galatische Reiterei (superior, gepanzerte Reiter), die außer Kataphrakten allen antiken Reitern mindestens ebenbürtig sein sollten, auf die ich treffen konnte
- 1 inspirierender General und drei Truppenkommandanten

Unser 1. Spiel fand gegen das Team Jupiter Vult aus dem Kölner Raum statt. Patrick hatte es mit Kreuzfahrern, ich mit Mehrunes´ Römern zu tun.
Ich traf auf eine lange breite und massive Linie voller gut gepanzerter römischer Legionäre (überwiegend superior) , davor ein fast genauso langer Plänklerschirm.


 

Meine Phalangiten gegen die römischen Truppen.

Im vorausgehenden Plänklergefecht konnte ich leichte Vorteile für mich erzielen, so dass sich bald schon einige römische Plänkler angeschlagen hinter die Legionen zurückziehen mussten.
Meine Kampflinie aus Fußtruppen hielt ich zurück um möglichst spät gegen die Legionen kämpfen zu müssen, zumal meine Infantrie qualitäts- und zahlenmäßig ziemlich unterlegen war.
Meine leichte Reiterei stellte ich auf meiner rechten Flanke auf, wo es ihr relativ bald gelang, in den Rücken der Römer zu kommen um dort die ausgewichenen gegnerischen Plänkler weiter zu jagen.
Die schwere Reiterei hatte ich massiert auf der linken Flanke, trieb dort die römischen Kavalleristen vom Feld und konnte einige Legionäre zersprengen.
Letztendlich kamen die Römer dann doch im Zentrum auf meine Infantrie und zerhagelten innerhalb kurzer Zeit an einem Ende der Kampflinie einige meiner Einheiten. Das andere Ende meiner Kampflinie schlug sich allerdings bedeutend besser und konnte auch zwei Römereinheiten nach Hause schicken. Alles in allem hatten sich dann genug Verluste auf römischer Seite angesammelt, damit die  Armee brach. Ein deutlicher Sieg für mich.
Da auch Teampartner Wraith seine Aufgabe vorbildlich löste und auch die gegnerische Armee brach, katapultierte uns bereits das erste Spiel auf den 1. Platz.

Daher fand unser 2. Spiel gegen den Favoriten und (mit überdeutlichem Abstand) späteren Turniersieger, das Team der "beiden Bazis" Ferdi Akaltin und Christopher Ernst statt.
Wraith fiel die undankbare Aufgabe zu, gegen Ferdis Seldschuken antreten zu müssen. Ferdi ist mit großem Abstand der beste FOG-Tunierspieler Deutschlands und so war die Losung für Wraith: nur nicht zu hoch verlieren.
Meine Aufgabe war etwas ausichtsreicher, aber immer noch beachtlich.
Christopher spielte späte Makedonen mit einer riesigen tiefen Pikenwand, die unaufhaltsam gegen mich vorrückte. Ich hatte Glück beim Geländelegen und konnte einen unpassierbaren Sumpf genau in meine Mitte legen, sowie beide Flanken durch steile Hügel decken (das war nebenbei das günstigste Gelände, das ich mir je für ein FOG-Spiel legen konnte). Durch die Geländesituation waren die Makedonen gezwungen, ihre Schlachtreihe zu splitten, während ich wieder versuchte, den gegnerischen Vormarsch durch meine Plänkler zu verlangsamen. Auf meiner linken Flanke versteckte ich eine Einheit tarantinischer leichter Reiter in einer Senke und nachdem die Makedonen schon weit vormarschiert waren, brachen diese aus ihrem Hinterhalt hervor und umgingen in gestrecktem Galopp den Feind. Es wurde eine gegnerische Einheit Fussplänkler zum Schutz des Lagers zurückbeordert, aber nur mit dem Ergebnis, dass meine leichten Reiter nicht nur das Lager erbeuteten, sondern auch die leichte Infantrie vernichteten.  
Meine schwere Reiterei massierte ich auf der rechten Flanke, auf der jenseitigen Seite des steilen Hügels. Von dort trieben sie eine Einheit vom Feld, vermöbelten ein paar vorwitzige mittlere Infanteristen, wurden dann aber von Pikenieren erwischt und zum Fliehen gebracht.
Nach langem bewegen und manövrieren trafen auch die Makedonen auf meine Infanterie und gingen durch sie wie ein heißes Messer durch warme Butter. Bald war der Großteil meiner Infantrie gebrochen, aber zwei grandiose Sammeltests meinerseits brachten meinen Gegner um zwei wichtige Siegpunkte.

Die Makedonen nehmen den steilen Hügel nachdem meine Thureoporoi aufgerieben sind.

Meine Phalanx flieht vor den Makedonen

So verlor ich das Spiel deutlich, aber nicht katastrophal. Auch Wraith schlug sich wacker, musste zwar den Bruch seiner Armee hinnehmen, aber erzielte auch respektable 6 Siegpunkte gegen den Platzhirsch der deutschen FOG-Spielerschaft. Da scheinbar auch nicht viele andere Teams überragende Gesamtergebnisse aufweisen konnten, rutschten wir nur vom ersten auf den dritten Platz ab.
Biggest Winner des Spiels: Meine tarantinischen Reiter, die eine Einheit Fussplänkler auslöschte und im gleiche Aufwasch das gegnerische Lager eroberte.

Samstagabends leitete ich dann zum Entspannen noch ein kleines 15-mm-Piraten-Skirmish-Geiselbefreiungs-Szenario, bei dem Mehrunes, Almorik, Strand und Reinhard Biehler mitspielten.
Bei einem kurzentschlossenen Schlummertrunk, wieder in der hiesigen Bierkneipe, ließen Wraith, Strand und ich nochmal den Tag Revue passieren und machten uns dann gegen Mitternacht in die Pension auf.  

Das 3. Spiel ging gegen unsere guten Kumpels, das Team Fischbrötchen aus Hamburg und Berlin, mit denen wir das Wochenende über die Pension, Tisch (aber nicht Bett) teilten und eine ordentliche Menge Bier vernichteten.
Wraith nahm es mit Frank Bauers feudalen Deutschen, ich mit Strand´s klassischen Indern auf.
Strand hatte die bestbemalteste Armee des Turnieres innerhalb von etwa 3 Monaten aus dem Boden gestampft. Man sah bunt bemalte Elefanten, bengalische Tiger und die unausweichliche Buddha-Statue. Beeindruckt von den optischen Eindrücken tat es mir um jede gegnerische Einheit leid, die ich vom Felde schickte, ehrlich !
Das Gelände war ziemlich offen, nur an meiner linken Seite befanden sich einige unebene Geländeteile und ein Hügel.
Strand kam mit einer ungewöhnlichen Aufstellung in dem er in seiner Kampflinie immer Elefanten mit Bogenschützeneinheiten abwechselte. Am meisten schockierte er mich, als er auch direkt an der Seitenkante des Spielfeldes noch eine Einheit Elefanten aufstellte. Ich wollte zuerst den Hügel erobern und halten, aber gegen Bogenschützen und Elefanten, die in diesem Gelände keine Nachteile haben, war das ziemlich aussichtslos. Also gab ich den Hügel preis und warf noch meine teuren galatischen Reiter in die Lücke um den Vormarsch der Inder durch Plänkeln zu verlangsamen. Durch die schiere Masse an Bogenschützen konnten die Inder fast ununterbrochen Pfeile auf die armen Galater niederregnen lassen, so dass selbst mein inspirierender General diese nicht an der Flucht hindern konnte.
Auf der anderen Seite des Spielfeldes lief es für mich deutlich besser, als meine zwei Kataphrakten-Einheiten in kurzer Zeit Bogenschützen und schwere Streitwagen zerlegten. Meine Plänkler, die immer im Zentrum herumwuselten, erschossen Elefanten und indische Gebirgsreiter.

Noch gibt es eine indische Kampflinie, die meiner Infanterie gegenüber steht, aber nicht mehr lange ...

Langsam kommen die Elefanten über den Hügel und werden von meiner Infanterie mit Befehlshaber erwartet.

Nach einiger Zeit quollen die Inder über den von mir nicht beanspruchten Hügelkamm, aber im Tal erwarteten sie dann meine Piken-Phalanx und die Schwerter meiner Argyraspiden. Da die ungedrillten Gegner immer häppchenweise in den Nahkampf kamen, konnten meine standhaften Infanteristen jede der beiden Wellen Kriegselefanten getrennt schlachten. Allerdings zertrampelte eine dritte Einheit Elefanten meine mittlere Infantrie und nahm Kurs auf mein Lager.  Doch zur Lagereroberung sollte es nicht mehr kommen, da die letzte Spielrunde ausgerufen wurde. Ich hatte beträchtlichen Schaden unter den Indern angerichtet und sehr deutlich gewonnen.
Bemerkenswert war auch Wraiths Gefecht gegen Frank, in dem beide die absolut gleiche Anzahl Verlusten dem Gegner zufügten, was allerdings für den Hamburger zum Armeebruch führte. So gab es noch Bonuspunkte auf unser Konto. Wir hatten uns wieder auf den zweiten Platz vorgekämpft.    
Biggest Looser des Spiels: Die indischen Kriegselefanten, die bei 4 Beschusstreffern die unglückliche 1 warfen und somit automatisch brachen.  

Das 4.Spiel war dann logischerweise gegen den Tabellendritten das "Exilkomitee freies Koblenz".
Wraith trat gegen Thomas Peters, den Zweiten der deutschen FOG-Rangliste an, während ich gegen Klaus Schütte das Vergnügen hatte, den Dritten der deutschen Rangliste. Also auch hier wieder eine schwere Aufgabe und hochkarätige Gegner.
Nachdem ich zum ersten mal in diesem Turnier die Initiative abgeben musste, geriet das Gelände erneut sehr offen. Nur ein flacher Hügel lag links vor meiner Aufstellungszone.
Klaus fuhr Römer auf, so dass mir, wie schon in meinem 1.Spiel, eine breite Linie von Legionären gegenüberstand. Aber auch einige leichte Reiter, mittlere Infantrie und qualitätsmäßig schlechtere Kataphrakten hatte der Gegner dabei und hier sah ich meine Chancen. Ich stellte meine Infantrie in der Nähe des Hügels auf und bewegte mich in den ersten Runden mit einem Teil meiner Einheiten auf den Hügel. Meine schwere Reiterei stand wieder auf der rechten Spielfeldseite und machte von Anfang an Druck auf die vorplänkelnden römischen leichten Reiter. Im Zentrum versuchte ich erneut, mit meiner leichten Infanterie den Einschlag der römischen Legionen auf meine Fusstruppen möglichst lange hinauszuzögern. Da der linke römische Flügel während der Vorwärtsbewegung durch meine Berittenen bedroht wurde, musste er schon recht früh seine geschlossene Kampflinie aufgeben, um nicht umfasst zu werden. Trotzdem gelang es meinen Kataphrakten rechtzeitig, seine Kataphrakten zu brechen, bevor die schwere römische Infanterie heran war. Bei der Vernichtung der Kataphrakten fiel auch ein römischer Befehlshaber und der anschließende Moraltest schockierte eine Bogenschützeneinheit so sehr, dass sie dann kurz darauf brach, als meine skythischen leichten Reiter über sie herfiel. Die Skythen hatten bereits vorher römische Wurfspeerreiter zum Kampf gestellt und vernichtet. Während meine Galater eine verbliebene römische leichte Reiterei vor sich hertrieb, griffen meine Kataphrakten mehrmals römische Fusstruppen an, wurden aber immer abgewiesen und mussten zurückfallen oder sogar fliehen. Trotzdem hatte mein Reiterangriff gehörigen Wirbel verursacht und einige Siegespunkte gebracht.
Gegen Ende hin kam dann das unvermeidliche: der Kampf der Legionen gegen meine Infantrie. Während eine Phalanx, eine Einheit Argyraspiden und die Thraker mal wieder fast beim ersten Anlauf brachen, konnten die zweiten Argyraspiden mit Hilfe der zweiten Phalanx eine Einheit römische mittlere Infanterie brechen. Das gesamte Spiel war sehr konzentriert und intensiv. Während wir zu Beginn lange manövrierten, Bedrohungen und Gegenmaßnahmen aufbauten, waren die letzten Spielzüge besonders dramatisch. Ich hatte lange eine kleine Führung, aber in der dritt- und vorletzten Runde zerschlugen mir die Römer fast die Hälfte der Armee. In der letzten Spielrunde konnte ich dann doch nochmal das Ruder herumwerfen (auch begünstigt durch einige schlechte Moraltests meines Gegners) und noch ein hart erkämpftes Unentschieden erreichen.

Teile meiner Infantrie schlagen sich wacker, während andere Teile das Heil in der Flucht suchen.

 

Wraith wurde in seinem Spiel gegen Thomas Peters von einem Flankenmarsch auf dem falschen Fuß erwischt und musste eine klare Niederlage einstecken. Allerdings hat er auch einige wichtige Punkte gemacht, so dass wir das Turnier mit hauchdünnem Abstand zu den zweitplatzierten Koblenzern auf einem tollen dritten Platz beendeten.
Biggest Winner des Spiels: Die Einheit leichter römischer Bogenschützenreiter, die in unebenem Gelände über viele Runden hinweg meine galatischen Reiter, trotz doppeltem Nachteil (--) aufhielt und so das eigene Lager vor der Plünderung schützte.

Die Trophäe, der Lohn unserer Mühen

Ich bin mit der Performance meiner Armee sehr zufrieden, auch wenn sich einige Schwachstellen auftaten, die ich vorher so nicht erkannte. Ich merkte, dass meine 8 Basen mittlere Infantrie zu wenig sind um Geländeteile gegen entschlossen angreifende Gegner zu halten. Auch meine 4 Einheiten schwere Infanterie waren fast immer zahlenmäßig unterlegen und wurden in beinahe jedem Spiel mindestens zur Hälfte massakriert. Es ist mir auch nie gelungen, sie komplett aus dem ganzen Schlamassel herauszuhalten, auch wenn meistens meine Verzögerungstaktik recht gut funktionierte. Meine starke Reiterei hat sich ausgezahlt und mir oft die meisten Siegpunkte gebracht. Mein inspirierender General eliminierte so gut wie immer die moralischen Auswirkungen von gegnerischem Beschuss und konnte angeschlagene Einheiten zuverlässig sammeln.  

Berücksichtigt man, dass wir gegen die ersten 3 Plätze der deutschen FOG-Rangliste und gegen die Regelkoriphäen des Spielsystems schlechthin spielen "mussten", sind wir über die Platzierung hochzufrieden.
Es war eine gelungene Veranstaltung, Platz und Raum bestens organisiert, mit sehr freundschaftlicher Atmosphäre und fairen Spielen.
Besonderen Dank geht auch an meinen Teampartner Wraith, der sich mit der Spitze der FOG-Elite der Republik herumschlagen musste und diese Herausforderungen tapfer nahm.