Waterloo-Ausflug 2010

Waterloo-Ausflug 2010

Reisebericht Belgien 2010

 Waterloo

Da wir schon länger die Teilnahme an der Wargames-Show CRISIS in Antwerpen, Belgien geplant hatten, kamen wir einige Wochen zuvor auf die Idee, unsere Fahrt nach Belgien mit einem Besuch des Waterloo-Schlachtfeldes zu verbinden.

Wir trafen uns am 05.11.2010 morgens zu sechst (Tabris, Peter, Cheffe, Rikgrund, Wraith und Sorandir) in Worms, verteilten uns auf zwei Autos und machten uns auf den Weg. Bei guten Streckenverhältnissen kamen wir nach ca. 4 Stunden Fahrt in Waterloo an. Auf dem Weg zum Besucherzentrum kamen wir bereits an Belle Alliance vorbei, erhaschten im Vorbeifahren aber nur einen kurzen Blick darauf.
Nach dem Parken steuerten wir geradewegs die Gaststätte "Wellington" an. Nach gutem belgischem Bier und großen Pizzen, bei nicht sehr günstigen Preisen,  waren wir für die kommende Besichtigung gestärkt.

Nachdem der Eintritt von EUR 8,70  für eine Kombikarte gezahlt ist, wird man als erstes im Besucherzentrum durch zwei jeweils ca. 20 min lange Filme gut über die Schlacht informiert. Der erste Film zeigt einen Ortskundigen bei einer Schlachtfeldbegehung, gemischt mit Reenactment-Szenen. Der zweite Film ist ein Zusammenschnitt des Waterloo-Filmes von 1970.

Danach erklommen wir den "Löwenhügel", ein künstlich aufgeschütteter Berg, auf dem ein großes Denkmal in Form eines Löwen steht. . Nach vielen, schier endlos scheinenden Stufen, erreicht man die Kuppe, von der man einen hervorragenden Rundumblick über das Schlachtfeld hat. Das Waterloo-Schlachtfeld ist im wesentlichen seit damals unverändert und man kann immer noch das gut erhaltene, damals stark umkämpfte Gehöft La Haye Sainte erkennen, während Huguemont vom Löwenhügel aus nicht (mehr) deutlich zu sehen ist. Auch der langgezogene Hang, hinter dem Wellington seine britischen Linien vor dem französischen Artilleriebeschuss verborgen hat, ist immer noch gut zu erkennen. Auch Plancenoit in einiger Entfernung ist erkennbar.

Nachdem man so einen realistischen Einblick über die Dimension der Schlacht bekommen hat, sind wir zum Panorama-Gemälde hinabgestiegen. Vorher stöberten wir noch etwas im Museumsshop, wurden aber von den horrenden Preisen (z.B. Ospreys ab EUR 20,00, Bücher mindestens ab EUR 40,00) abgeschreckt.
Hierbei handelt es sich um einen hausgroßen Rundbau, an dessen Innenwand lebensgroß die wesentlichen Ereignisse der Schlacht (Neys Kavalleriattacke, der Angriff der franz. Lanziere, Kampf um La Haye Sainte und das Eintreffen der preussischen Verstärkungen) gemalt sind. Im Vordergrund wurden Verwundete, Pferdeleichen und weggeworfene Ausrüstung modelliert. Das ganze wird durch Schlachtenlärm, aus Lautsprechern untermalt. Auch das eine sehr beeindruckende Vorstellung, auch wenn man dem Gemälde (entstanden um 1912) schon an einigen Stellen das Alter ansieht (z.B. abgeplatzte Farbe und Wasserflecken an der Wand).

 Zum Abschluss waren wir noch im nahen Wachsfiguren-Museum, in dem die Oberkommandierenden und viele wichtigen Befehlshaber in voller  Uniform gezeigt werden. Eine kleine, aber beeindruckende Sammlung von Waffen, Fundstücken vom Schlachtfeld wie Kanonenkugeln und Schädel getöteter Soldaten runden die Sammlung ab. Auch hier war sehr deutlich, dass sowohl Gebäude als auch Exponate seit Jahren nicht mehr restauriert wurden.
Es gäbe in der Nähe noch ein Wellington- und ein Napoleon-Museum anzuschauen, dafür reichte aber unsere Zeit nicht. Als die Öffnungszeiten um 17:00 Uhr endeten, traten wir unsere Weiterfahrt nach Antwerpen an.

Fazit:
Es war super interessant, das sehr gut erhaltene Schlachtfeld von einer exponierten Stelle wie dem Löwenhügel aus zu sehen. Auch dass La Haye Sainte und Belle Alliance, zumindest äußerlich, fast noch im Originalzustand sind, trägt viel zum Flair des Ortes bei. Die filmische Einführung ist informativ und kurzweilig, so dass auch Besucher, denen die Schlacht nicht bekannt ist, einen guten Überblick erhalten.  
Nur die touristische Aufarbeitung lässt etwas zu wünschen übrig. Das Panorama-Gemälde und das Wachsfiguren-Museum bedürfen mehr oder weniger dringend einer Restaurierung, stehen aber vielleicht sogar selbst schon unter Denkmalschutz. Das Besucherzentrum ist zwar modern und der Gesamtpreis recht günstig, dafür ist der Museums-Shop völlig überteuert.

 

Bilder gibt es hier:

http://www.kurpfalz-feldherren.de/fotogalerie/waterloo-2010